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Julian Nida-Rümelin begeistert Gäste des SPD-Neujahrsempfangs

„Ohne Vertrauenskultur gewinnt keine Ökonomie“ und „Mut zum starken Staat – mit einer Balance zwischen Ökonomie und einer humanen Gesellschaft“: Auf Basis dieser beiden Kernthesen führte Professor Dr. Julian Nida-Rümelin die rund 100 Gäste eine knappe Stunde durch die spannende Thematik „Wirtschaft und Ethik“.

Julian Nida-Rümelin war von der SPD Gilching sowie dem SPD Kreisverband Starnberg im Rahmen des traditionellen Neujahrsempfangs eingeladen worden. Wie aktuell das Thema auch knapp drei Jahre nach der Wirtschaftskrise ist, das zeigte der ehemalige SPD Kulturstaatsminister eindrucksvoll während seines Vortrags: Was motiviert Mitarbeiter? Wie wichtig ist das Gehalt tatsächlich für das persönliche Glück? Und wie viel Staat braucht die Ökonomie?

Die größte Wirtschaftskrise seit 1929 hat laut Nida-Rümelin noch keine befriedigenden Antworten auf diese Fragen gefunden. Gleichzeitig ist der Referent überzeugt: Hätten wir keinen starken Staat, wäre unsere Ökonomie in den vergangenen 100 Jahren noch von wesentlich mehr Krisen erschüttert worden. Grundsätzlich nannte der Philosophie-Professor drei Regeln, die im Rahmen derer sich die Ökonomie bewegen muss: 1. Moral, 2. Wahrhaftigkeit, 3. Vertrauen.

Doch ehe der 55-Jährige die Gäste in die Welt der Wirtschaftsethik entführte, begrüßte Renate Hodowanski, SPD Ortsvorsitzende der Gilchinger SPD, die zahlreichen Zuhörer. Und auch Tim Weidner, SPD Kreisvorsitzender des Landkreis Starnberg, spannte in seiner Rede den Bogen von den Themen Ethik und Glück bis hin zu den aktuellen Entwicklungen auf den Finanz- und Arbeitsmärkten.

Gilchings Bürgermeister Manfred Walter nahm das übergeordnete Thema zum Anlass, um über seine persönlichen Erfahrungen mit der Diskrepanz zwischen Wirtschaft und Ethik zu behandeln: Was tut man als Kommune, wenn sich ein großer Konzern auf Gemeindegebiet ansiedeln will und natürlich mit Gewerbesteuer lockt – dafür aber undurchsichtige Wege wählt? Gilching hat sich dagegen entschieden, wenn auch unter Kritik der Bürger.

Wirtschaft und Ethik – sicher kein Thema, das an diesem Abend zu Ende gedacht werden konnte.

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