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Stellungnahme der Gilchinger SPD zu den Gautinger Gewerbegebiets-Planungen

Der Ortsverein der Gilchinger SPD und die Gemeinderatsfraktion blicken kritisch auf die Planungen der Gemeinde Gauting hinsichtlich eines exorbitant großen Gewerbegebiets südlich und westlich des bestehenden Gewerbegebiets Gilching Süd.

 

Das Ausmaß der bisherigen Planungen ist aus vielen Gründen nicht zu unterstützen: Bannwald soll gerodet, ein Wasserschutzgebiet aufgehoben, ein Landschaftsschutzgebiet ignoriert werden. Sämtliche negativen Folgen dieses etwa 150 Fußballfelder großen Areals wirken sich ausschließlich auf die Gemeinde Gilching aus. Zu nennen sind diesbezüglich ein wesentlich erhöhtes Verkehrsaufkommen, die Zerstörung des Naherholungsgebietes, das bisher vor allem für die Bewohner der Waldkolonie eine hohe Aufenthaltsqualität aufweist, und die nachfolgenden Probleme, die z.B. durch einen großen Zuzug und die dann zu schaffende Infrastruktur entstehen würden.

 
Ebenfalls eine gewichtige Rolle spielt, dass niemand garantieren kann, dass dieses bereits überdimensional geplante Gewerbegebiet in Zukunft nicht noch weiter Richtung Unterbrunn entwickelt wird. Allen augenblicklichen Beteuerungen zum Trotz, sind durch die riesige Fläche die Begehrlichkeiten für eine zukünftige ungehemmte Ausdehnung der Gewerbeflächen bereits angelegt. Warum sollte es bei dem einen Drittel Gewerbeflächennutzung bleiben? Ausgleichsflächen können ja auch anderswo gefunden werden. Und ein Logistikunternehmen, wie Aldi, hatte, noch nicht einmal 3 Jahre zurück, ein Auge auf Flächen auf Gilchinger Flur und auch im Bereich des nun geplanten Gewerbegebiets geworfen. Der damalige erfolgreiche Bürgerentscheid gegen dieses Ansinnen wäre völlig missachtet.

 

Dass die Gautinger Bürgermeisterin Dr. Kössinger im Vorfeld nicht mit dem Gilchinger Gemeinderat über das Thema ausführlich gesprochen hat, gerade angesichts der deutlichen Mehrheit der Gilchinger Bürger, die sich 2012 gegen die Ansiedlung des Aldi-Logistikzentrums entschied, zeugt von recht geringer Sensibilität gegenüber den Bürgern der Nachbargemeinde.

 

Die Gilchinger SPD erkennt ausdrücklich an, dass die Gautinger Bürger ein funktionsfähiges Gewerbegebiet benötigen. Dafür gibt es bestehende Planungen, deren nötige Anpassungen diskutiert werden sollten. Sie wehrt sich aber im Interesse der Gilchinger Bürger mit aller Kraft gegen die Ansiedlung eines Gewerbegebietes mit diesen gigantischen Dimensionen und wird entsprechend darauf hinwirken, dass die Planung in dieser Form nicht verwirklicht wird.

 

Zu was viele Gilchinger Parteien und vor allem die Gilchinger Bevölkerung fähig ist, wurde beim deutlichen Nein zu den Plänen des Großkonzerns Aldi Süd bereits gezeigt.

 

Verfasst von Dr. Michael Rappenglück (Fraktionssprecher) und Christian Winklmeier (Vorsitzender SPD Gilching) im Namen der Gemeinderatsfraktion und des Ortsvereins der Gilchinger SPD

1 Antwort
  1. Wolfgang Müller
    Wolfgang Müller says:

    Hier noch etwas zur Argumentation gegen das geplante Gautinger Gewerbegebiet,
    entnommen aus dem Kreisboten Starnberg vom 8. Juli 2015 Seite 2 „Teure Mieten“.

    Landkreis – In den letzten 4 bis 5 Jahren haben die ohnehin hohen Miet- und Immobilienpreise noch einmal kräftig angezogen. Die Folge: Der Region fehlen immer mehr Fachkräfte. Kaum einer findet hier eine bezahlbare Unterkunft.

    Immer mehr Unternehmer klagen daher, dass sich kaum mehr Fachkräfte finden lassen. Wer nicht überdurchschnittlich gut verdient, tut sich extrem schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Der Jobmotor im Fünfseenland dagegen brummt: Es werden rund dreimal so viele Arbeitsplätze geschaffen wie Wohnungen fertiggestellt. Das Verhältnis verschlechtert sich also immer mehr, klarer Nachteil einer Boom-Region.

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